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Planspiel DDR

Planspiel DDR - DDR erleben um Diktatur zu verstehen

Zum 30. Jubiläum beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der vier Lindauer Schulen Bodensee Gymnasium, Fachoberschule, Realschule im Dreiländereck und Valentin-Heider-Gymnasium im Rahmen eines Planspiels mit der DDR Diktatur. Seit 30 Jahren ist die unüberwindbare Teilung Deutschlands nun Geschichte, das Thema Diktatur leider immer noch aktuell. In Zeiten zunehmender antidemokratischer Entwicklungen und Tendenzen ist es mehr denn je notwendig, dass junge Menschen sich mit menschenverachtenden Systemen in Diktaturen auseinandersetzen. Das Planspiel DDR bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Täter- und Opferrollen einzunehmen und diese zu reflektieren.

Einen Tag tauchen die Jugendlichen dabei in den Alltag der 2. Deutschen Diktatur ein. Eine junge, opponierende Rock-Band, die SED-Kreisleitung und die Kreisdienststelle der Staatssicherheit spielen dabei mit- und gegeneinander. Die spannenden Fragen sind: Wer kann seine Interessen durchsetzen? Wie übt die Partei ihre Macht aus? Wie behält die Stasi die Kontrolle und welche Möglichkeiten hat die Musikgruppe? Unter der Anleitung dreier Mitarbeiter der FU Berlin und der Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin spielen die Schülerinnen und Schüler einen ganzen Tag mit Hilfe von Originaldokumenten und Unterlagen und lernen so viel über das Leben in der DDR und die perfiden Methoden der Partei und Staatssicherheit im Umgang mit unliebsamen oder kritischen Bürgern. Wie in den letzten Jahren war die Resonanz der Schülerinnen und Schüler aller teilnehmenden Schulen sehr positiv. Für die Teilnehmer war es eindrucksvoll, dass man Menschen relativ schnell dazu bringen kann, die Biographien Anderer zu verändern oder gar deren Zukunft und psychische Gesundheit zu zerstören. Die Knabenrealschule, die Fachoberschule und die beiden Gymnasien danken den Spielleitern Birgit Hillmer, Uwe Hillmer und Hanjost Dörken für ihr Engagement und der Hanns-Seidel-Stiftung für die Finanzierung des gemeinsamen Projekts sowie dem Landgasthof Köchlin für die großzügige Unterstützung.


Bild und Text: Matthias Schwarzländer