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Exkursion im Seminarfach

Exkursion im Seminarfach – Rahmenthema „Umgang der Menschheitsfamilie mit knappen Ressourcen“

Am letzten Tag der Seminarphase traf sich die Rahmenthemengruppe in Memmingen bei der Firma
August Kutter GmbH&Co. KG Schrott- und Metallhandel. Ziel war es, sich genauer über Möglich-
keiten des Recyclings von Metallen zu informieren.

Produktionsleiter Thomas Kuebler informierte vor dem Rundgang durch die verschiedenen Anlagen
über die grundsätzliche Tätigkeit der Firma. Sie verwertet Altfahrzeuge, übernimmt Eisen und Nichteisenmetalle, führt Industrieabbrüche und –demontagen sowie Schrottsammlungen für Vereine
durch, stellt Container zur Verfügung und besitzt einen eigenen Transportservice für alle anfallenden spezifischen Abfälle. Der Einzugsbereich des verarbeiteten Materials erstreckt sich über ganz Süd-
deutschland bis nach Österreich und in die Schweiz. Die Anlieferung und der Abtransport des
Schrotts erfolgt mit Waggons über einen eigenen Gleisanschluss sowie mit dem LKW. Die eigenen
Waagen, sowohl für die Eisenbahnwaggons als auch die LKW’s, erleichtern die Abrechnung der Ware.

Beim anschließenden Rundgang wurde verschiedentlich Schrott von LKW’s entladen und mit dem Elektrobagger in beeindruckender Geschwindigkeit sortiert; nachsortiert wird z. T. von Hand.  Der
sortierte Schrott wird verpresst und in transportable Einheiten gestanzt. Besondere Bewunderung
rief die Schrottschere hervor, die mit einem  Schneiddruck von 1000t etwa 30-40t Schrott pro
Stunde verarbeitet. Die zu 85% sortenreine Separierung der einzelnen Schrottbestandteile machte
klar, dass nur reine Ware wirklich wertvoll ist und effektiv weiterverkauft werden kann.  Je höher die
sog. Anhaftung, d.h. der Anteil an Frembestandteilen, ist, desto problematischer der Absatz. Auch Elektronikschrott wird getrennt gesammelt. Das Recycling der Metallbestandteile gestaltet sich aber
schwierig, da die Ausbeute naturgemäß gering ist.

Im abschließenden Gespräch wurde der Geschäftsführer der Firma, Herr Rainer Stahl, mit zahlreichen
Fragen zu den Einzelthemen eingedeckt. Von sog. „Gewürzmetallen“ in Handys, der Entwicklung des Kupferpreises sowie von einer Testpistole zur Einstufung der Metalle war die Rede, wie problematisch die Entsorgung von Lithiumbatterien ist oder wie mit Elektronikschrott in Drittweltländern umgegangen wird erfuhren die interessierten Schülerinnen und Schüler. Am Schluss war klar, dass Recycling von Metallen sehr aufwändig ist und dass die Wirtschaftlichkeit oft stark von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt diktiert wird. Herr Stahl nannte wichtige Recherchequellen für die Seminararbeiten und bot abschließend jedem Schüler an, sich jederzeit mit Fragen an ihn wenden zu können.

Autor: Thomas Goebel