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Berufsbild / Ausbildung

Ausbildung zur Industriekauffrau/Industriekaufmann

Industriekauffrau/mann ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und wird durchgeführt auf der Rechtsgrundlage der über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/ zur Industriekauffrau vom 23.07.2002 (BGBl. I  S.2764) sowie Rahmenlehrplan für die Berufsschule (Beschluss der KMK vom 14.06.2002).

Industriekaufleute sind in Industriebetrieben unterschiedlicher Branchen und Größen tätig. Ihr kaufmännisch-betriebswirtschaftliches Aufgabenfeld erstreckt sich über alle Funktionen eines Industriebetriebs. Industriekaufleute unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach Auftragsrealisierung. Sie können dabei sowohl in den kaufmännischen Kernprozessen Beschaffung, Leistungserstellung und Absatz als auch in den Unterstützungsprozessen, Rechnungswesen und Personal tätig sein.

Industriekaufleute arbeiten heute in ihren Arbeitsfeldern geschäftsprozessorientiert. Während der gesamten Ausbildung werden deshalb in Verbindung mit den Fachqualifikationen auch arbeitsfeldübergreifende Qualifikationen vermittelt. Dazu gehören u.a. Qualifikationen in der Anwendung von Informations- und Telekommunikationssystemen, Fremdsprachen (Englisch) sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Innovation.

Ziel der Ausbildung ist der kundenorientierte Sachbearbeiter, der team-, prozess- und projektorientiert unter Verwendung aktueller Informations-, Kommunikations- und Medientechniken an der Erstellung kundengerechter Problemlösungen arbeitet.


Ausbildungsdauer und Einschulung


Den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/frau bilden zur Zeit mehr als 50 Betriebe im Landkreis Lindau aus. Die Ausbildung dauert grundsätzlich 3 Jahre. Eine Verkürzung auf 2 ½ Jahre ist bei entsprechender Vorbildung und Leistungsfähigkeit möglich. Die Auszubildenden werden alle in der 10. Klasse unabhängig von der Ausbildungsdauer eingeschult.

Der Fachbereich umfasst den Beruf Industriekaufmann/frau. Die Auszubildenden werden im Einzeltagesunterricht beschult, d.h. in der 10. und 11. Klasse besuchen die Schülerinnen und Schüler jeweils 1,5 Schultage und in der 12. Klasse 1 Tag die Berufsschule.


Zugang zur nächsten Ausbildungsstufe


Geprüfter Industriefachwirt/ Geprüfte Industriefachwirtin,
Geprüfter Technischer Fachwirt/ Geprüfte Technische Fachwirtin,
Wirtschaftsfachwirt/ Wirtschaftsfachwirtin (IHK)


Prüfungen


1. Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung wird durch die IHK Schwaben organisiert und findet nach ca. der Hälfte der Ausbildung statt. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist unter anderem Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Allerdings ist nur die Teilnahme an der Zwischenprüfung zwingend erforderlich. Das erreichte Ergebnis hat keinen Einfluss auf die Zulassung oder gar auf das Ergebnis der Abschlussprüfung.


2. Abschlussprüfung


Die Abschlussprüfung der IHK zum Industriekaufmann/-kauffrau besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.


Schriftliche Abschlussprüfung: 1. Tag


Prüfungsbereich:
Geschäftsprozesse
Aufgabentyp:

schriftlich, Situationsaufgaben oder Fallbeispiele, offene Fragen

Dauer:

180 Minuten

Inhalte:

Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Personal, Leistungserstellung



Schriftliche Abschlussprüfung: 2. Tag

Prüfungsbereich:


Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
Aufgabentyp:

schriftlich, bis zu 4 praxisbezogene Aufgaben, programmierte Fragen

Dauer:

90 Minuten

Inhalte:


Buchhaltungsvorgänge, Kosten erfassen, betriebliche Geld- und Wertströme analysieren, betriebswirtschaftliche Schlussfolgerungen ableiten
Prüfungsbereich:Wirtschafts- und Sozialkunde

Aufgabentyp:

schriftlich, praxisbezogene Aufgaben, programmierte Fragen

Dauer:

60 Minuten

Inhalte:


allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt



Mündliche Abschlussprüfung

Prüfungsbereich:Einsatzgebiet

Aufgabentyp:

mündlich, Basis: fünfseitiger Report

Dauer:

Präsentation ca. 15-20 Minuten Fachgespräch ca. 15-20 Minuten
(max. 30 Minuten insgesamt)

Inhalte:

einsatzgebietsspezifische Inhalte:
* Präsentation: Sachverhalte, Abläufe, Ergebnisse der bearbeiteten
   Fachaufgabe erläutern und mit praxisüblichen Mitteln darstellen
* Fachgespräch: Fachaufgabe in Gesamtzusammenhänge einordnen,
   Hintergründe erläutern und Ergebnisse bewerten



Englisch-Zertifikat

Für die Auszubildenden besteht die Möglichkeit das bundesweit anerkannte KMK-Zertifikat im Fach Englisch zu erwerben.

In der Zertifikatsprüfung werden folgende Englisch-Kompetenzen bewertet:

Teil 1:
- Informationen aus englisch gesprochenen Mitteilungen (Hörverständnis) und englischen
  Texten (Leseverständnis) entnehmen,
- Schriftstücke (Geschäftsbriefe) erstellen,
- Texte schriftlich wiedergeben (Übersetzung) und

Teil 2: 
- Gespräche führen (2 Auszubildende zusammen, Rollenspiel und Small-Talk-Situation)

Die erfolgreiche Teilnahme (mind. 50% der Punkte im schriftl. als auch im schriftl. Teil) wird in einem Zertifikatszeugnis, das die einzelnen Prüfungsleistungen ausweist, dokumentiert.

Die schriftl. Prüfung für Industriekaufleute findet normalerweise Mitte Mai in der Berufsschule statt und dauert 90 Minuten. Der mündliche Teil dauert ca. 20 Minuten und erfolgt direkt im Anschluss an die schriftliche Prüfung. Die Prüfung wird in ganz Bayern nur einmal jährlich angeboten, teilnahmeberechtigt sind die Auszubildenden der 11. Klasse.

Die Prüfungsgebühr beträgt 30,00 €, unterhaltspflichtige Personen und Empfänger von Sozialhilfe, ALG II, Sozialgeld oder Wohngeld werden auf Antrag befreit. Interessierte Auszubildende sollten sich schriftlich bis Ende April bei Ihrem Englischlehrer anmelden.